Sterbende Tiere

 

 

 

 

 

 

 

 Symbolfoto

Mister Moons Reise hin und zurück


Pudel. Moon kannte ich seit mehr als 10 Jahren. Er war mit seinem Menschen Barbara beinahe ständig beisammen, da er mit in die Firma zur Arbeit kommen konnte. Nun bat mich Barbara um eine Kommunikation mit Mister Moon, denn er war sehr alt geworden und ihrer Beobachtung nach dement. Sie war an dem Punkt angelangt Sterbehilfe in Betracht zu ziehen.

Mister Moon übermittelte mir ein scheußliches Körperempfinden und dass er sich gefangen in seinem Körper fühlt und nur raus aus dem Körper möchte. Er liebte Barbara über alles, doch er ertrage diese Gefangenschaft in einem Körper voller Unwohlsein nicht. Er bat dringend um die Hilfe Barbaras, um Sterbehilfe. Sie allein könne ihm Erlösung bringen.

Barbara nahm seine Mitteilungen sehr ernst und besprach mit der Tierärztin die Lage Mister Moons. Diese reduzierte sofort die Medikation gegen Demenzsymptome, denn diese hatte bekannterweise starke Nebenwirkungen, die den Übermittlungen Moon glichen. 

Barbara beschrieb Moons Verhaltensänderungen nach der Redukion des Medikaments - er ging wieder lange spazieren, fraß gut und gerne, war lustig.
Ich möge bitte mit ihm in Verbindung treten, denn sie wollte ihn selbst
"zur Sprache" kommen lassen. Wie geht es ihm jetzt?

 

Mister Moon wirkte glücklich, ausgeglichen, präsent und er vermittelte mir seine Freude am Leben. Sterbehilfe war kein Thema mehr!

 

 

Finny

Terrierhündin Finny war ein Häufchen Elend, als ich sie an der Straßenbahnstation mit ihrem Frauchen traf. Beide hatten mich zu meinem Hausbesuch abgeholt. Finny hatte einen dicken pinkfarbenen Wollschal um den Hals gewickelt. Sie schnupfte und hustete und trottete mühsam mit gesenktem Kopf und hängendem Schweif neben mir her.

 

Frauchen hatte mich zu ihnen gebeten. Ihre 13 jährige Hündin leide schon länger an einer Stoffwechselerkrankung und habe sich vor kurzem eine Bronchitis zugezogen. Ihr Vater, bei dem Finny den Vormittag verbringe, dränge darauf, sie einzuschläfern. Sie aber möchte keinesfalls voreilig diesen Schritt tun und Finny befragen, was sie selbst möchte.

 

Finny legte sich in der Wohung sofort auf einen Teppich. Sie war gerne zur Kommunikation mit mir bereit.

 

Sie vermittelte, dass sie sich schwach fühle und deswegen jetzt auch keine Spaziergänge draußen machen möchte, sondern nur mehr kurz vor das Haus gehen wolle um ihr Geschäft zu erledigen und frische Luft zu atmen. Sonst wäre sie gern daheim und wünsche sich sehr, viel gebadet zu werden. Auf die Frage, ob sie denn selbst schon an das Sterben und das Hinübergehen in die andere Welt denke, drückte sie aus, dass sie unbedingt bei ihrem Frauchen bleiben wolle und dass das ihr sehnlichster Wunsch sei. Sie hätte sich auch die Bronchitis zugezogen, weil sie die Spannung in Frauchen aufgenommen habe und diese Krankheit würde bestimmt wieder vergehen.

 

Finnys Frauchen fühlte sich in dem, was sie selbst gespürt hatte, bestätigt. In dem Gespräch mit ihr kristallisierte sich heraus, dass ihr sportlicher Vater sehr stolz auf Finnys Leistungen im Agility-Training gewesen war und es schlecht aushalte, dass sie jetzt alt würde. Er hätte auch mit dem eigenen Altwerden Probleme...

 

Wir befragten Finny weiter, ob ihr die Farbtherapie, die sie wegen der Stoffwechselerkrankung bekam, und all die anderen Behandlungen, gut täten. Ja, sie würde das gerne weiter genießen dürfen, vermittelte sie.

Ihr Frauchen beschloss, Finny auf jeden Fall weiter bei sich zu behalten und einen homöopathischen Tierarzt hinzuzuziehen..

Zu Weihnachten, ein paar Monate später, bekam ich die Nachricht, dass Finny beim Fest fröhlich das Geschenkspapier zerrissen hätte und dass es ihr gut gehe. Die Bronchitis sei bald abgeheilt gewesen und sie sei sehr lebenfroh und auch nicht mehr so müde... In den folgenden Monaten besserte sich ihre Gesundheit so sehr, dass sie sogar einige Urlaube mit ihren Menschen miterlebte.

Nach mehr als einem Jahr starb Finny an einem Herzstillstand. Ihr Frauchen schrieb: „Finny hatte sich vor ihrem Tod in meiner Wohnung von allem verabschiedet. Sie war kraftlos, auf einmal stand sie auf und ging durch alle Räume. Zuerst dachte ich, sie muss Gassi gehen, aber dann ließ sie sich im Schlafzimmer fallen, sah mich und meinen Freund noch einmal an und dann starb sie. Sie streckte sich und dann hatte sie ein entspanntes Lächeln....Es hat mir damals sehr gut getan zu hören, dass meine Finny von selbst gehen wird, wenn die Zeit gekommen ist. ..Und so war es auch: Ich habe nicht auf meinen Vater gehört, sondern gewartet, und Finny ist dann von selbst gegangen...“

 

Weitere Beispiele folgen ...